Hochfranken-Feuilleton
Jede Art zu schreiben ist erlaubt, nur nicht die langweilige.  (Voltaire)

So viel Selb war nie

96 Beiträge aus fast vierzig Ländern – die Grenzland-Filmtage trotzen Corona mit Rekorden: Die 44. Auflage präsentiert das bislang größte Angebot, dauert vierzehn statt vier Tage und lädt mehr Besucher ein als je zuvor – als Online-Festival.

Corana räumt die Kinos leer - auch in Selb. (Foto: Sabine Lange/Pixabay)

Von Michael Thumser

Selb, 8. April – Die Festivalchefin ist vom Fach, nicht als Filmemacherin, aber als Psychologin. Beruflich forscht Dr. Kerstin Fröber als postdoc an der Regensburger Universität, privat geht sie gern ins Kino. Natürlich entging ihr nicht, dass immer mehr Anbieter immer mehr Filme via Internet in Fernseh- und die Endgeräte der sozialen Medien einspeisen und dass Produktionen boomen, die Netflix und Co. von vornherein fürs Streaming herstellen. Manche unken vom Tod des Kinos – was freilich nicht zum ersten Mal geschieht: Pessimisten hielten schon das Fernsehen, die Videokassette, die DVD für Totengräber des öffentlichen Lichtspiels, das gleichwohl überlebte.

Kerstin Fröber, die neue Leiterin des Organisationsteams: Am liebsten abgeschottet in der "schwarzen Kiste". (Eröffnungsvideo/Screenshot)

     Als Cineastin erlebte Kerstin Fröber, dass für sie, abgeschottet in der „schwarzen Kiste“ des Kinosaals, Filme ganz anders aussehen und ganz anders auf sie wirken als im heimischen Klein- und portablen Kleinstformat. Als Mitarbeiterin am Regensburger Lehrstuhl für Allgemeine und Angewandte Psychologie reizte es sie, jene Wahrnehmung wissenschaftlich zu untermauern. Gemeinsam mit dem Kollegen Roland Thomaschke ging sie, für eine Studie über „die Bewertung und die ästhetische Erfahrung beim Filmeschauen“, per Umfrage 21 einschlägigen Gefühlen nach. „Bei fünfzehn“, berichtete sie dem Deutschlandfunk und der Welt, „kam heraus, dass sie im Kino stärker erlebt wurden“, wobei sich „Faszination und Traurigkeit“ am intensivsten bemerkbar machten. Anders der Faktor Langeweile: „Die wurde zu Hause stärker erlebt.“ Die Studie, so hofft die Psychologin, belege womöglich, dass Film erst auf der Leinwand richtig schön wird.

     Also nix wie ab ins Kino? Können vor Lachen. Auch die Grenzland-Filmtage – deren Team Kerstin Fröber, als Nachfolgerin der verdienten Dagmar Franke, heuer zum ersten Mal leitet – müssen draußen bleiben. Im vergangenen Jahr fiel die 43. Auflage wegen des Coronavirus ganz aus; die 44., jetzt, findet ausschließlich als Online-Festival, mithin ohne Präsenzvorführungen, statt. Schafft also die Pandemie, was Fernsehen, Videokassette und DVD nicht schafften und was, wenns gut geht, nicht mal der Streamerei gelingt? Die Corona-Krise ist auch und nicht zuletzt eine Kulturkrise: Wie und wie viele Kinos sie überleben, steht dahin. Aber beim Selber Filmfest denkt man nicht ans Aufgeben: Für 2022 nehmen sich die Organisatoren mutig vor, ins ehemalige Kino-Center zurückzukehren, das dann – wie Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch in einem Grußwort versichert – renoviert sein und unterm Namen Spektrum kommunal getragen werden soll.

Kooperation mit dem „Europaeum“

Aber was jetzt? Gibts was? Durchaus, sogar „so viel Grenzland-Filmtage wie nie“, sagt Kerstin Fröber im Video, das die offizielle Eröffnung ersetzt. Seit Donnerstagnachmittag sind sie am Start, dauern so lang wie in noch keinem Jahr – vierzehn statt der üblichen vier Tage – und fühlen sich praller an denn je. Als Nummer 43 zählt die 2020er-Ausgabe mit, weil sich die hierfür getroffene Filmauswahl nicht völlig in Luft auflöste, sondern etliche geplante Beiträge sich ins diesjährige Festival, das 44.,  retten konnten. Das Ergebnis: Nicht weniger als 96 lange, „mittellange“ und kurze Filme umfasst die Auswahl, aus fast vierzig Ländern kommen sie, allein fünfzehn aus Osteuropa, dem das Interesse in Selb seit den Anfängen besonders gehört. Die Folge: Noch nie konnten so viele Menschen beim Festival dabei sein.

     Hingegen ruht die Partnerschaft mit der tschechischen Nachbarstadt Aš ein weiteres Mal. Dafür hat Fröber eine neue Kooperation mit dem „Europaeum“ etabliert; das Ost-West-Zentrum der Uni Regensburg kümmert sich um den bilateralen Austausch und Dialog von Forschenden und Studierenden. Geschäftsführerin Lisa Unger-Fischer bestätigt im Begrüßungsvideo: „Ein Eindruck von der Lebenswirklichkeit der Menschen in den osteuropäischen Ländern ist gerade über Filme zu gewinnen.“ Also tatsächlich: Indem sich „Selb“ aufs Internet beschränkt, büßt es zwar ein, gewinnt aber auch hinzu – auch Grußbotschaften von Filmschaffenden, Filmgespräche, Preisverleihungen. Sogar in eine virtuelle Filmtagekneipe lädt Fröber ein.

Unverhofft aktuell

Dort lässt sich dann – mit hoffentlich reichlich eingeloggten Gesprächspartnern und jedenfalls in gebotenem Abstand – über das Geschaute plaudern. Etliche der Stoffe zeigen hohe Aktualität, wenn nicht gar nächste Nähe zur Gegenwart, so wie unverhofft das Drama „Blindfold“ (Die Augenbinde): Der ukrainische Regisseur Taras Dron drehte es 2020 vor dem Hintergrund des Krieges im Osten seiner Heimat, der gerade dieser Tage wieder durch Säbelgerassel in die Nachrichten drängt. In „Five Minutes too late“ erzählt der Rumäne Dan Chisu von den Folgen einer homophoben Aktion, mit der die Kinovorführung eines Films über ein lesbisches Liebespaar unterbrochen wurde. Eine wahre Begebenheit greift der Weißrusse Vladimir Zinkewitsch in „Spice Boys“ auf: Nachdem Jungs eine neue halluzinogene Droge probiert haben, explodiert ihre Aggressivität in einem Massaker.

Jörg Pauly, der Ben in "#abstandhalten" (Foto: PR)

     Doch auch deutlich ruhiger können sich der Filmtage-Besucher und die -Besucherin im geschützten Raum ihrer guten Stube eine Ahnung von der inhaltlichen, emotionalen und dramaturgischen Bandbreite des Festivalsortiments verschaffen. Zum Beispiel, wenn sie den „Block #2“ der „Mittellangen Filme“ anklicken: Er enthält Halbstünder, die sich anregend widersprechen. Aus äußerst sparsamen Situationen, Dialogen und Charakterfacetten entwickelt Ferdinand Arthuber eine grandiose Variation des archaisch schlichten Urthemas When a man loves a woman; entsprechend schlicht „Girl meets Boy“ heißt seine tragikomische – oder, richtiger, komikotragische – Liebesgeschichte: Franziska Weisz als vom Gatten geprügelte, endlich von ihm befreite Blumenhändlerin gerät in Versuchung, an eine neue Liebe, eine auf den zweiten Blick, zu glauben; Carlo Ljubek als einsamer DJ hat gute Gründe, „jetzt besser nicht allein“ zu sein; als sich die beiden begegnen, erleben sie eine unmögliche Liebe, die sie gleichwohl erfüllt.

Farina Violetta Giesmann (Foto: PR)

     Viel Krise, Lebenskrise, tönt verhalten durch das kurze, umso länger nachklingende Spiel. Aber auch einen (umso heitereren) Film zur Krise gibt es, den Film zur Krise, zur Corona-Krise nämlich – und also den Film zum Festival: „#abstandhalten“. Ausschließlich durch Gespräche via Skype spulen Regisseur Roman Gonther und Drehbuchautor Thomas Bartling, der auch eine der Hauptrollen spielt, ein amüsantes Kammerspiel für drei junge Leute ab: Liebeskümmerling Ben, unbehaust, wird von seinem weltmännischen, in Dubai festsitzenden Busenfreund Timmo in dessen deutschem Zuhause einquartiert, wo er sich verwirrt als Mitbewohner von Timmos Gefährtin Sara wiederfindet. Erwartungsgemäß „knistert“ es bald gehörig zwischen beiden und „knirscht“ sogar – dabei tut der in Glut geratende Ben alles, um den grenzenlos großzügigen Intimus nicht zu hintergehen. Der finale Twist verwandelt die kleine, aber grundsympathische Anekdote vollends in einen Seelenwärmer. Viel Witz verdankt sie zum einen den wackligen oder verfinsterten Videoanruf-Bildern; zum anderen der unwiderstehlichen Farina Violetta Giesmann: eine Sara mit großem, einladendem Herzen.

     So wie Sara, ungefähr so, machens die Grenzland-Filmtage auch: Sie stellen sich aus der Distanz im kleinen Bildformat zur Schau, aber sie sehen verheißungsvoll aus.

Das Festival im Internet: hier lang.
Komplettes Programm (Filmbeschreibungen und Filme zum Anklicken): hier lang.
Tickets, Preisverleihungen, Support-Hotline, häufig gestellte Fragen, Partnerfestivals: hier lang.
Programmheft (auch zum Ausdrucken): hier lang.
Virtueller Treffpunkt: hier lang.




54. Internationale Hofer Filmtage

Damit die Jungen atmen können

Gegen die „Altersdiktatur“ verordnet ein totalitäres „Jungbrunnen“-Regime den deutschen Senioren einen Abgang von Amts wegen: Willi Kubica wählte für seine gesellschaftliche Dystopie „Endjährig“ die Form eines verstörenden Kammerspiels.

Von Michael Thumser

Hof, 24. Oktober – Schöne junge Welt: Soll das die nahe Zukunft sein? Genau genommen, sieht Deutschland hier sogar irgendwie so aus wie das der Gegenwart – zumindest wie ein Deutschland der jüngsten Vergangenheit: auf den Hund gekommen wie einst die DDR, verlottert, desolat, „endjährig“. Am Ende angekommen aber ist im Film, der so heißt, nicht die reale Republik, sondern eine erfundene, eine, die keine mehr ist. Ein totalitäres Deutschland wehrt sich gegen die angebliche „Altersdiktatur“: Für endjährig erklärt das regierende „Bündnis Jungbrunnen“ alle Einwohnerinnen und Einwohner über achtzig. Sofern sie nicht vorher freiwillig Schluss mit sich machen, fallen sie zwangsweise unter ein staatliches Euthanasieprogramm.

     Zur Diskussion um die Sterbehilfe beitragen will Willi Kubica augenscheinlich nicht. Schon gar nicht wollte er Science-Fiction inszenieren. Im Hier und Jetzt platzierte er seine Diplomarbeit an der Filmakademie Baden-Württemberg: In einem Vorspann macht er ausdrücklich klar, dass seine Dystopie in den 2020ern spielt. Auch entwarf er kein breites Gesellschaftspanorama, hätte er doch dafür riskieren müssen, die Handlung durch allzu viel Unwahrscheinlichkeit um ihre unmittelbare Wirkkraft zu bringen. Kubica bescheidet sich mit einem irritierend glaubhaften Kammerspiel, das sich knappe fünf Viertelstunden lang fast ausschließlich in zwei unterschiedlichen Innenräumen abspielt.

     Der eine: die winzige, abgeranzte und düstere, aber vieler Bücher wegen gerade noch wohnliche Wohnung des Einzelgängers Karl (Matthias Lier: verschlossen, wortkarg, resigniert). Überraschend muss er seinen alten und kranken Vater (Peter Meinhardt, vor allem durch seine grandiose Stimme dominierend) bei sich aufnehmen. Ihn, als widerborstiges altes Eisen, hat der „Jungbrunnen“ seiner Bleibe verwiesen und von jeder Grundversorgung abgeschnitten. Der andere Schauplatz: eine lichtdurchflutet-antiseptische, informationstechnisch hochgerüstete Behörde; von ihr bezieht Karl als Berater in Fruchtbarkeits- und Euthanasie-Angelegenheiten ein schmales Gehalt. Die Alten, so wird Karl von der Amtsleiterin (Mina Özlem Sagdic) sanft belehrt, müssen „gehen, damit die Jungen atmen können“. Kein Land, kein Job, kein Leben also, in dem man es aushalten wollte: Über alle Gräben hinweg, die eine unbewältigte Familiengeschichte zwischen Vater und Sohn aufgerissen hat, denken die beiden an Flucht.

     Kein Spektakel überbordender Schreckensfantasien: Nicht mit Schauwerten der Unmenschlichkeit will der dreißigjährige Autorenfilmer großtun; aber auch nicht mit Versatzstücken der Verlorenheit ‚kafkaeske‘ Kargheit imitieren. Er komponierte aus langen Einstellungen und leitmotivischen Atmosphären ein kleines Stück Schauspielertheater, das durch seine spartanische Sparsamkeit umso bedrückender unter die Haut geht. Indem es ebenso viel Schweigen und Verschwiegenes wie Gesprochenes aufbietet, entwickelt sich in den markant umrissenen Szenen eine tödliche Ruhe, so bezwingend, dass laute Anschnauzereien berechtigter Empörung, fordernde Appelle zur Auflehnung dem Betrachter fast ungelegen kommen und die freundlichen Abscheulichkeiten des Propagandajargons ihn beinah einlullen.

     Der schlimme Ausgang, den die Flucht der ungleichen Männer nimmt: Ist er wirklich Verrat und Unglück oder doch Schickung ins Unvermeidliche, Wendung zum Besseren, wenn schon nicht zum Guten? Werden Karl und seine Chefin aus Liebe ein Paar oder vereinbaren sie ihr Bündnis lediglich als Gewinngemeinschaft? Die entscheidenden Fragen lässt Willi Kubica wohlweislich ohne Antwort. Eine weitere, nämlich wieweit die plakative Jugendlichkeit der realen 2020er noch marktschreierischer Hype ist oder schon eine Entbehrlichkeitserklärung an die Älteren, die nimmt der Betrachter mit heim.

Die Produktion entstand für die ZDF-Reihe „Das kleine Fernsehspiel“; ein Sendetermin steht noch nicht fest.




54. Internationale Hofer Filmtage

Das liebste Festival

Im Home of Films werden zwei wichtige Auszeichnungen verliehen: Axel Ranisch jubelt kindlich über den Filmpreis der Stadt Hof; abgeklärter bedankt sich Marcus Lenz für den Förderpreis Neues deutsches Kino.


Von Michael Thumser

Hof, 22. Oktober – Sie macht es wie im Kino. Dort pflegt Eva Döhla, so wie alle Besucherinnen und Besucher, vom Sitzplatz aus die Augen geradeaus zu richten, direkt dorthin, wo der Film läuft. Jetzt laufen die Filmtage, und mit denen verfährt die Hofer Oberbürgermeisterin genauso: „Wir schauen gemeinsam nach vorn“, rief sie am Donnerstag dem Publikum im Festsaal der Freiheitshalle aufmunternd zu, bevor dort zwei wichtige Preise verliehen wurden. Das Festival, bekräftigte Döhla, gehöre unauslösbar zur „DNA“ der Stadt, die Filmtage unverzichtbar zur Filmbranche in der Republik und die Kultur ganz grundsätzlich ins Zentrum der Gesellschaft. Kinos und Filmfeste bräuchten breite Unterstützung, fügte Landtagspräsidentin Ilse Aigner per Videobotschaft hinzu, gerade jetzt, in Pandemiezeiten. Die verliert auch die Stadtmutter nicht aus dem Blick – schon gar nicht an diesem Nachmittag, an dem die „Fieberkurve“ des städtischen Inzidenzwerts auf 37,1 steigt; freilich sagt Döhla auch: „Corona muss uns jeden Tag beschäftigen, aber nicht den ganzen Tag.“

     An diesem Tag beschäftigt sich Eva Döhla hochoffiziell mit den Filmtagen, zu deren Organisations- und Helferteam sie gehörte, seit sie vierzehn war. Den Filmpreis der Stadt verleiht sie an Axel Ranisch. Quirlig betritt er die Bühne wie ein Clown die Trubelrunde eines Kindergeburtstags: schwarz das Hemd, die Hose, rot Hosenträger und Schuhe, im Gesicht ein Grinsen von einem Ohr zum andern. Mit seinem Langfilmdebüt „Dicke Mädchen“ – Produktionskosten: weniger als sechshundert Euro – hat er 2011 das Filmtagepublikum verzückt, die Branche gerockt und etliche Auszeichnungen eingeheimst. Zu rechnen war damit nicht unbedingt: Fast als Quatsch entstand der Streifen, sogar Ranischs Oma Ruth wirkte mit. Seither zeigte er noch weitere fünf Arbeiten im Home of Films.

     In einer Laudatio – wiederum per Video – rühmt Knut Elstermann, namhafter Filmkritiker, dem lustigen Vogel eine „Kunst ohne Attitüde“ nach und lobt sowohl seine „direkte Hinwendung zu den Menschen“ wie seine „ungeheure Produktivität“. Immer arbeite Ranisch „subversiv“, auch in seinen beiden Improvisations-Krimis aus der TV-„Tatort“-Reihe, auch als gefragter Opernregisseur. Stets begegne er Kunstkollegen und anderen Zeitgenossen mit einer „unzeitgemäßen Menschlichkeit, die alles Niederträchtige unterläuft“. Axel Ranisch: Das ist ein draller Körper, prallvoll mit Lebensfreude und bunten Ideen – für Elstermann „der barockeste Mensch, den man sich denken kann“, und dabei „noch so jung“.

     Nämlich erst 38. Gleichsam als Frischling kann er kaum glauben, fortan in einem Atemzug mit altehrwürdigen Filmpreisträgern wie Wenders und Herzog, dem verewigten Schlingensief oder Tom Tykwer genannt zu werden. Ausgelassen wie ein Comedian gerät er in sprudelndes Erzählen: über den nicht enden wollenden Applaus in Hof nach der Weltpremiere der „Dicken Mädchen“ („Sowas hab ich vorher und nachher nie wieder erlebt“), über die unglaubliche Oma Ruth, die bald hundert wird und der er den Preis darum jetzt schon mal „widmet“ ... Alles in allem: Das Hofer Festival ist für ihn „das warmherzigste und liebste“ und dieser Donnerstag „einer der schönsten Tage meines Lebens“.

„Ein souveränes Verständnis von Kino“

Auch im Leben von Marcus Lenz? Ihm haben der Filmexperte (und Hofer Filmpreisträger) Alfred Holighaus, der Schauspieler Max von der Groeben und dessen Kollegin Katharina Wackernagel als Jury den Förderpreis Neues deutsches Kino zuerkannt. Mit 51 Jahren reagiert der Regisseur abgeklärter, aber gleichfalls dankbar auf die Ehre. Zuteil wird sie ihm, wie die Jurorin und die Juroren urteilten,  für sein „souveränes Verständnis von Kino“ und speziell für die „erstaunlichen, überraschenden und hochemotional aufgeladenen Bilder“ ebenso wie für die „unwiderstehlich emotionale Geschichte“, die Lenz in „Rivale“, seinem Hof-Debüt, entfaltet.

     Darin gerät ein Kind in Kontakt mit lauter Gegenteilen von dem, was Leben bedeutet: mit Krankheit und Tod, abgründiger Verlassenheit. Roman heißt der Junge, illegal wird er aus seinem ukrainischen Dorf nach Deutschland gebracht. Gleichfalls illegal hat seine Mutter Oksana (Maria Bruni) hier eine Sterbende gepflegt. Jetzt will Gert, der Witwer (Udo Samel), sie heiraten und Roman zu sich nehmen. Doch der Neunjährige mag die Mutter nicht mit dem Rivalen teilen. Als sie in einer Klinik operiert werden muss, taucht Gert mit Roman in einem Jagdhaus unter. Bald jedoch wartet der Knabe im tiefen Wald ganz allein darauf, dass Oksana und das Leben zu ihm zurückkehren.

     Fast nur in Bildern, kaum mit Worten, fügt sich die Geschichte über Mutter- und Kindesliebe, Abhängigkeit und Verlorensein zusammen. Am liebsten wohl hätte die Jury die Hälfte des Nachwuchspreises dem zehnjährigen Yelizar Nazarenko zugesprochen: Zu Recht erkennt sie ein „erstaunlich präsentes und authentisches Naturtalent“ in ihm. In der Rolle des Roman sieht er sich im bundesrepublikanischen Irgendwo umgeben von einer unnahbaren Fremde, Deutsch bleibt Fremd-Sprache für ihn. Wie im Eröffnungsfilm des Festivals, „Und morgen die ganze Welt“, rückt die Kamera – hier geführt von Frank Amann – der „mitreißenden Hauptfigur“ kaum einen Augenblick lang von der Pelle; in einem archaischen Wechsel aus milchigen Tageslichtern, abendlichem Blau und dem Fast-Schwarz der Nacht lässt sie das Kind vagabundieren. Dazu komponierte Regisseur Lenz einen beklemmenden Rhythmus der Zeit: Mal springt sie wie der Zeiger einer Uhr um einen Schritt voran, dann wieder stagniert sie. Schließlich scheint sie um Roman und das öde Waldhaus vollends stillzustehen. Mit den letzten Szenen des Films blickt das Kino nicht voraus, sondern zurück: Wie vor jetzt fünfzig Jahren François Truffauts Wolfsjunge hetzt Roman preisgegeben und orientierungslos zwischen den himmelhohen, kahlen Bäumen eines urweltlichen Gehölzes hin und her, nur noch Knurren und Gebrüll in Mund und Kehle – ein vorgeschichtliches Stück Leben, ungebärdig, ungebändigt, unartikuliert.

Das Fernsehmagazin „Kino Kino“ zieht am Sonntag in einem „Extra“ ein Resümee der 54. Hofer Filmtage: im Bayerischen Fernsehen um 23.35 Uhr.




54. Internationale Hofer Filmtage

Die schlimmstmögliche Wendung

Emily Atef erhält den Hans-Vogt-Preis für die Originalität ihrer Filme. Ihr neues Fernsehspiel „Jackpot“ kann damit nicht gemeint sein. Immerhin spielt darin eine exzellente Hauptdarstellerin einen alten Plot mit neuen Nuancen fesselnd durch.


Von Michael Thumser

Hof, 21. Oktober – Im richtigen Leben ist es manchmal so und im Kino recht oft: Schlimmes geschieht, aber alles aus Liebe. In Emily Atefs neuem Film ist beides, absolut Böses und unbedingte Hingabe, immer präsent.

     Ohne Wenn und Aber hält Maren zu ihrem Dennis, erst recht, seit er auf dem Bau „betrunken vom Dach gefallen“ ist, im Rollstuhl sitzt, sich bei Bewegungstherapien schindet und kaum noch hoffen darf, dass die widerständige Versicherung zahlt. Maren ist stabil, seelisch und körperlich: Bei einem Abschleppdienst arbeitet sie und zurrt falsch parkende Autos auf ihrem Transporter mit kräftigen Händen fest; auch den gelähmten Dennis schleppt sie, auf dem Rücken, in die Wohnung, drei Stockwerke hoch. Aber Maren ist auch labil: Eine Vergangenheit als verurteilte Diebin oder Schlimmeres verheimlicht sie zur Hälfte, und eine Tasche, die sie in einem abtransportierten Auto gefunden hat, behält sie kurzerhand. Der Inhalt: 620 000 Euro – die freilich irgendjemandem gehören, der so viel Bares sicher nicht legal besitzt. Eingebüßt hat den Schatz Henning Karoske, als Geldeintreiber nicht zimperlich, als Mörder eiskalt –als Familienvater zärtlich und fürsorglich; mit den vergötterten Seinen will er ein neues Leben bginnen. Eine Freundin beschwört Maren: „Wenn du ein Problem mit Karoske hast, brauchst du ne Waffe.“ Als Maren eine hat, nimmt ihr Traum vom Glück fast zwangsläufig die schlimmstmögliche Wendung.

     Fürs Fernsehen entstand der Thriller der Berlinerin Emily Atef, so wie viele andere deutsche Produktionen auch. Das wäre nichts Schlimmes, machte sich der Verwendungszweck nicht so überdeutlich kenntlich wie in „Jackpot“. So wie das Zuviel schier pausenloser Filmmusik den Zuschauer belästigt, so sehr befremdet ihn heute, wo fast jeder „Tatort“-Krimi zumindest optisch Kinoqualität erreicht, die Bildsprache. Ihre überholte Einfachheit sollte eigentlich spätestens seit Mitte der Neunziger als überwunden gelten. „Jackpot“ – nicht einmal der Titel ist neu: Mindestens je ein deutscher, ein norwegischer und ein indischer sowie zwei US-amerikanische Streifen hießen schon so.

     Und doch nahm Emily Atef am Mittwoch in Hof den Hans-Vogt-Preis entgegen. Seit 2012 wird er jährlich ausgelobt für „Filmschaffende, die mit Innovation und Sorgfalt ihren Filmen besondere Qualität und Wertigkeit mit auf den Weg gegeben haben und besonders auf ihre Filmmusik achten“. Innovation zeigt in „Jackpot“ immerhin das Drehbuch, das nicht von Atef, sondern von Frédéric Hambalek stammt. Zwar basiert es auf einem hinlänglich bekannten Plot – unbedarfter Zufallsfinder einer Riesenbeute hat bald gewissenlose Verfolger an den Fersen –, fesselnd aber unterlegt der Autor ihm einen ungeahnten Grundton: Gefühl, Güte, Herzenswärme - aus Liebe geschieht alles, das Grausamste noch. Qualität und Wertigkeit der Produktion verdanken sich nicht zuletzt den Schauspielern. Unter der düsteren Verkleidung, der unerbittlichen Maske des Killers Karoske enthüllt Thomas Loibl ein Gemüt voll Sehnsucht nach Geborgenheit, Innigkeit, Vertrauen. Und Rosalie Thomass, mild, aber mächtig der Motor der Handlung, schüttelt die sympathische Herzigkeit des aufopferungsvollen Dummchens zusehends ab, um ausgekocht durch Unausgesprochenes zu irritieren, durch Rätsel und Geheimnis, Janusköpfgkeit. Eine leise und kaum merkliche, darum umso spektakulärere Verwandlung: So, schlicht, aber ergreifend, gelingt es der famosen Schauspielerin, dass sie im Moment der schlimmstmöglichen Wendung die Höhe und Tiefe einer tragischen Antiheldin erreicht.




54. Internationale Hofer Filmtage

Das ist kein Spiel mehr

So brisant sind das Kino und das Festival nicht oft: In Julia von Heinz’ Eröffnungsfilm „Und morgen die ganze Welt“ gerät ein Bürgermädchen zwischen die Fronten von Antifa und Neuer Rechter. Es steht vor der Frage: Hilft nur noch Gewalt?


Von Michael Thumser

Hof, 20. Oktober – „Laut gegen Nazis“ heißt ein Verein in Hamburg, der mit seinem Namen unmissverständlich sagt, was er sein will. In seinem Podcast kam dieser Tage Smudo von den „Fantastischen Vier“ zu Wort. „Wenn man gegen Spaltung und für Zusammenhalt ist, gegen das Herabsetzen ganzer Menschengruppen, ist man automatisch Antifaschist. Das ist nichts Schlechtes.“ So, unmissverständlich „laut“, bekannte sich der Rapper in der Gesprächsrunde, an der auch die Regisseurin Julia von Heinz teilnahm. Ihr neuer Film illustriert Smudos These mit beträchtlicher Bilderwucht und spielt sie in einer authentisch erfundenen Geschichte höchst spannend durch. „Und morgen die ganze Welt“ heißt er, die berüchtigte Refrain-Zeile aus Hans Baumanns Nazi-Kampfgesang von 1932 zitierend; nach der Weltpremiere bei der 77. Mostra in Venedig markierte er am Dienstag den Start der 54. Internationalen Hofer Filmtage. Viel aktueller können Kino und das Festival nicht sein.

     Ein Film, der ausschaut wie das richtige Leben: das Leben einer  scheinbar unauffälligen Studienanfängerin. An ihr, Luisa, hängt Daniela Knapps zappelige Handkamera so fest wie das lässig geknotete Haar. Mit der in Venedig prämiierten Mala Emde hat die Regisseurin die in jeder Szene tragende Hauptrolle passgenau besetzt: Noch mädchenhaft, gleichwohl wach und robust tritt die 24-jährige Aktrice auf als hübsche, aber nicht ‚höhere‘ Tochter eines älteren Elternpaars aus dem gehobenen Mannheimer Mittelstand, wohlbehütet, nicht verzärtelt, schon gar nicht eitel. Daheim ists eigentlich am schönsten, doch Luisa will raus und etwas gegen den grassierenden rechten Ungeist tun. Die Uni reicht da nicht: In den Vorlesungen dämmert ihr, dass etwas faul ist im Lande. Die Wirklichkeit spricht allem Hohn, was ihr Dozent in hermetischem Juristendeutsch über Rechtsstaat und Verfassung dahersalbadert. Auf den Straßen schwingen Glatz- und Wirrköpfe als Schutztruppe einer angeblich bürgerlichen, in Wahrheit demokratie- und fremdenfeindlichen Rechtsaußen-Partei die Fäuste. Laut gegen Nazis, ob braune oder hellblaue, so will Luisa Stellung nehmen und schließt sich einer autonomen  Antifa-Gruppe an. Allerdings teilen sich deren Mitglieder gerade hitzköpfig in zwei Lager: Reicht es, die Autos des Gesindels nur „plattzumachen“, oder soll man ihm endlich „auf die Fresse hauen“? Luisa sitzt zwischen zwei Stühlen: Sie muss sich entscheiden, auch für oder gegen ihre Busenfreundin Batte. Obendrein fühlt sie sich zwischen zwei, sogar drei Männern gefühlvoll hin- und hergezogen. Und in ihrer Ratlosigkeit erkennt sie, letztlich allein zu sein: Sie „steht auf keiner Liste“, gehört im Grund zu niemandem und nicht dazu. Also sagt sie sich von ihrer privilegierten Abkunft los und macht sich auf den Weg, mit einem Gewehr im Anschlag. Das Ganze ist „kein Spiel mehr“.

Explosive Stoßtrupp-Unternehmen

Impertinent neugierig verfolgt die Kamera aus Luises Blickwinkeln die Clique bei der theoretischen Schulung, bei Kampfsportübungen und den akribischen logistischen Vorbereitungen auf den gewaltsamen Kampf, beim Tarnen und Täuschen im Angesicht der Polizei, bei blutigen Schlägereien und explosiven Stoßtrupp-Unternehmen. Luisas Freundin und die übrigen Gefährten – die der Film mit ihren unterschiedlichen sozialen Wurzeln und Zukunftserwartungen knapp, doch plastisch charakterisiert – werden von der Polizei schließlich wie eine „terroristische Vereinigung“ ausgehoben. Zuvor war noch vereinzelt von der Hoffnung die Rede, dass Menschen „sich ändern können“. Indes schaut Luisa desillusioniert sich selber dabei zu, wie sie sich zusehends von Mamas Liebling in eine Kriegerin verwandelt. Dokumentarisch untersucht Julia von Heinz in ihr einen jungen Menschen beim Prozess des Erwachsenwerdens und beobachtet sie dafür an einem Ort, der unumgänglich dazugehört: am Scheideweg.

     Politisierung und Radikalisierung als coming of age: So menschlich intensiv ist deutsches Kino nicht oft; und selten ein Festival so aktuell wie HoF am Dienstag. Ausführlich ist im Film ein Hass-Liedermacher zu sehen und zu hören, wie er vor enthemmten Gefolgsleuten ein rassistisches Kampflied anstimmt, von keiner Staatsgewalt behelligt. Kurz danach schreitet ein Aufgebot hochgerüsteter Ordnungshüter gegen jugendliche Antifaschisten ein, die „laut gegen Nazis“, aber harmlos bei einem Hinterhoffest abtanzen. Aus Heinz’ unverhohlen parteiischer Inszenierung ragt dieser Kontrast absichtsvoll am plakativsten heraus. Unüberhörbar „laut“ fragt er: Sind Polizei und Rechtswesen der Repubkik auf dem rechten Auge blind? Den Glauben an die Demokratie, bekräftigte die Regisseurin, einst selbst Antifa-Aktivistin, am Dienstag in einem Interview des Vorwärts, habe sie nicht verloren. Aber sie möchte „darauf vertrauen, dass das Gewaltmonopol in den richtigen Händen liegt“, nämlich „beim Staat“. Der steht (so siehts hier aus) bedenklich auf der Kippe: Nicht nur wo Obrigkeiten, auch wo Bürger wutschäumend zur Gewalttat schreiten, ist für ihn Gefahr im Verzug.

Kinostart am 29. Oktober.



Im Kino

Die Zeit ist nicht das Problem

Christopher Nolans neuer Film „Tenet“ spielt virtuos mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, bis beim Zuschauen der Kopf raucht. 150 Minuten lang reißt die Spannung nicht ab. 

Von Michael Thumser

Hof, 1. Oktober – Darf angesichts eines Films, in dem zweieinhalb Stunden lang die Zeit simultan vorwärts und rückwärts läuft, nach Logik gefragt werden? Besser, man lässt es, wenn man, was anzuraten ist, sich entschließt, in Christopher Nolans jüngstes Kino-Experiment einzutauchen. Der Regisseur, spätestens seit dem Geniestreich „Memento“ von 2000 als virtuoser Spieler mit Vergangenheit und Gegenwart ausgewiesen, nimmt für „Tenet“ obendrein die Zukunft in seine Jongleurskunst auf.

     In einer Geschichte geschieht das, die mit der Lichtgeschwindigkeit des Kinos ohne Zäsuren rund um den Erdball saust, weil, mal wieder, das Überleben der gesamten Menschheit auf dem Spiel steht. Wie in der Science-Fiction üblich, hebelt der britisch-amerikanische Filmemacher – zugleich Autor des Drehbuchs – ein paar wichtige Gesetze der Physik aus; wie im James-Bond-Abenteuer tritt ein souveräner Einzelkämpfer im teuren Maßanzug gegen das universale Böse an; wie im Action-Thriller fliegen unter Freisetzung ungekannter Schauwunder die Fetzen: In puncto visueller Fantasie reicht „Tenet“ beinah an die Augenöffner von „Inception“ heran, wobei spektakuläre Zweikämpfe zwischen Angehörigen unterschiedlicher Zeitebenen dem Vernehmen nach live, ohne Computertricks durchgefochten wurden. Aus dem vermeintlichen Chaos zügelloser Bewegung ergibt sich eine Choreografie, die alle krachenden Versatzstücke männlich-kerniger Kino-Prügelei in sich verkehrt. Die Rolle rückwärts der Kombattanten spiegelt die Rolle rückwärts von Ursache und Wirkung, Start und Ziel.

Kinder haften für ihre Eltern

Bilderkino, kein Schauspieler-, schon gar kein Thesendrama; intelligent unterhält es gleichwohl. Widersinnig mag der Plot der 150 Minuten lang grandios fesselnden Ruhestörung erscheinen, wollte man ihn in nur wenigen kargen Sätzen zusammenfassen, etwa so: Ein CIA-Agent, namenlos als „Protagonist“ unterwegs (John David Washington), muss seine Zeitgenossen der Gegenwart vor einem „Weltkrieg“ bewahren, den ihre Nachkommen in der Zukunft anzetteln; die nämlich haben die Nase voll vom Raubbau ihrer Eltern und Großeltern an der Schöpfung, den sie, als Kinder und Kindeskinder, ausbaden müssen. Darum gehen sie daran, die umweltzerstörende Spezies ihrer Vorfahren gleichsam nachträglich auszurotten – ganz gleich, was dann mit ihnen selbst geschieht. Zum diabolischen Vollender der Schrecken wirft sich, als Wanderer zwischen den Zeiten, ein  Oligarch (Kenneth Branagh) auf, der todkrank ist, aber nicht gern alleine sterben will.

     Beim Showdown geraten der „Protagonist“ und seine Gefährten in eine „temporale Zange“. In die sieht sich der Zuschauer da schon längst genommen: eingesponnen in zwei oder mehr parallele und doch einander zuwiderlaufende Aktionen, Schauplätze, Gesprächsfragmente, die sich durchdringen und überlappen wie die Finger gefalteter Hände. Und dennoch: „Die Zeit ist nicht das Problem“. Wer sich mit diesem laxen Satz aus Kriegermund zufrieden gibt, rauscht fasziniert in einer Traum-Achterbahn durch mehrere erfindungsreich bediente Filmgenres, die der Regisseur erweitert, unterläuft, geradezu lustvoll ad absurdum führt. „Versuchen Sie nicht, es zu verstehen“, empfiehlt einmal eine Forscherin. Ein guter Rat: Wer Nolans Hütchenspiel mit Ursachen und Wirkungen ganz durchschaut, vermag wohl auch endlich das Menschheitsrätsel zu lösen, was wohl zuerst da war, das Huhn oder das Ei.